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Hummelchen

Hummelchen hat ein sehr hartes Leben hinter sich. Sie wurde nur als Arbeitstier missbraucht. Sie musste im norddeutschen Raum als Touristenpferd ihr Dasein fristen. Dort stand sie den ganzen Tag gesattelt an einem Balken angebunden und wartete auf irgendwelche Leute, die sie dann mieteten und herumscheuchten. Irgendwann hat ihr dann ein rücksichtsloser "Reiter" mit der Kandare die Lippe aufgerissen. So behielt sie einen dicken Wulst an der Lippe, wo sie auch teilweise gelähmt ist. Von dort hat sie eine Frau aus Mitleid freigekauft und bei sich in den Schulbetrieb für Kinder genommen. Da bekam sie dann wenigstens eine anständige Box, Koppelgang und endlich auch gutes Futter. Und viele Kinder haben auf ihr das Reitabzeichen gemacht. Dann wurde sie an eine Frau verkauft, die ein braves, ruhiges Pferd als Wiedereinsteiger brauchte. Und das ist sie auch, ein absolutes Verlasspferd. Als sie dort ihren Soll erfüllt hatte, stand sie wieder zum Verkauf, das "neue, jüngere und gesunde Pferd" hatte sie bereits abgelöst. Doch niemand wollte sie haben, da man ganz klar die Spuren der harten Arbeit erkennen konnte. So kam sie zu uns. Irgendwie hatte sie wohl das Wandern durch so viele Hände satt, sie war abgestumpft und verhielt sich dementsprechend gleichgültig. Sie entwickelte sich aber zu einem absolut aufgeschlossenen und anhänglichen Pferd, ist heute sehr verschmust, läuft hinterher wie ein Hund und wenn sie weiß, das Fressen naht, kommt ein leises Wiehern bis Quietschen.

Bei einer gründlichen Untersuchung in der Klinik wurde dann eine Strahlbeinzyste und Hufrolle diagnostiziert und die Arthrose war auch im Anmarsch. Es war vollkommen klar, dass dieses Pferd durch keine Hände mehr wandern wird und endlich ihr wohlverdientes Gnadenbrot bekommt.

Da sie nun aufgrund ihres Alters (ca. 28 Jahre) kein Heu mehr fressen kann, braucht sie täglich eingeweichte Heu-Cobs und Mash. Auch Seniorenmüsli, Mineralfutter sowie Karotten und Äpfel mit Leinöl sollten nicht fehlen.

Der Tierarzt muss einmal im Jahr die Zähne raspeln und der Hufschmied regelmäßig die Hufe ausschneiden, da diese nie die besten waren und sie auch eine Fehlstellung hat.


Wenn Sie helfen möchten, bitte beim
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